Das Konzept der Schuld
Was ist Schuld?
Gemäss Duden lautet die Definition von Schuld:
«Ein Gefühl der Sorge oder des Unglücks, das du empfindest, weil du etwas falsch gemacht hast, beispielsweise einer anderen Person Schaden zugefügt hast».
Schuld ist ein universelles Konzept, das eng mit Verantwortung und moralischem Handeln verbunden ist. Es bezieht sich auf das Gefühl der Verpflichtung oder Verantwortlichkeit für ein Fehlverhalten oder eine unerwünschte Folge.
Schuld ist das, was du fühlst, wenn du etwas falsch gemacht hast (nicht zu verwechseln mit Scham – bei Scham hast du das Gefühl falsch zu sein).
Schuldgefühle sind ein erlerntes Verhalten. Sie wurden dir anerzogen. Sie entstehen, weil du das Gefühl hast, dich nicht richtig verhalten zu haben. Dieses Gefühl entsteht wiederum daraus, weil du den Ansprüchen anderer und den eigenen nie zu genügen scheinst.
Die Bedeutung von Schuld
Schuld kann eine wichtige Rolle in deinem moralischen Kompass spielen, indem sie dich dazu anregt, dein Verhalten zu reflektieren und Verantwortung zu übernehmen. Sie kann dir helfen, deine Handlungen zu korrigieren und dich zu einem besseren Menschen machen.
Wie alle Emotionen sind auch Schuldgefühle vor allem hilfreich. Sie wirken sich nur dann negativ auf dein Leben aus, wenn du für alles stets die Schuld auf dich nimmst. Dort lohnt es sich ganz genau hinzuschauen. Vor allem dann, wenn es dir nicht einmal in den Sinn kommt, dass auch das Gegenüber einen Beitrag zu dieser Situation geleistet hat.
Umgang mit Schuld
Es gibt verschiedene Wege, wie du mit Schuld umgehen kannst.
Die einen konfrontieren sie direkt und suchen aktiv nach Lösungen, während die anderen versuchen, sie zu verdrängen oder zu leugnen. Zu welcher Seite tendierst du eher?
Die Art und Weise, wie du mit Schuld umgehst, kann grossen Einfluss darauf haben, wie du dich weiterentwickeln und mit anderen interagierst.
Die "Schuld" der Mutter
Entstehung der Mutter-Schuld
Die Schuld einer Mutter kann aus verschiedenen Quellen stammen, wie zum Beispiel aus dem Druck der Gesellschaft, unrealistischen Erwartungen oder persönlichen Zweifeln an den eigenen Fähigkeiten.
Sie kann entstehen, wenn du als Mutter das Gefühl hast, nicht genug für dein Kind getan zu haben, nicht genug Zeit mit deinem Kind verbracht zu haben oder in irgendeiner anderen Art und Weise versagt zu haben.
Mutter und Schuld sind Synonyme. Du als Mutter denkst mehrheitlich, dass du immer irgendetwas falsch machst im Umgang mit deinen Kindern.
Zum Beispiel: Hat dein Kind Schulschwierigkeiten, trifft dich die Schuld, nicht genug mit dem Kind Hausaufgaben gemacht zu haben.
Du als berufstätige Mutter stehst noch in einem grösseren Dilemma. Ist dir deine Karriere wichtiger als die Meilensteine, die du in der Entwicklung deines Kinder verpasst (z.B. das erste Wort, den ersten Schritt, das erste Mal aufs Töpfchen gehen etc.). Dies kann in dir grosses Bedauern und Schuldgefühle auslösen.
Verhalten einer schuldgeplagten Mutter
Wenn du als Mutter unter Schuldgefühlen leidest, kann sich dies in verschiedenen Verhaltensweisen zeigen. Du könntest dich übermässig bemühen, alles richtig zu machen, um deine Schuld zu kompensieren. Oder du könntest dich zurückziehen und dir selbst die Schuld geben, was zu einem Verlust deines Selbstwertgefühls und deines Selbstvertrauens führen kann.
Aufgrund des starken Stresses können sich bei dir körperliche Beschwerden zeigen wie:
- Schlafprobleme
- Magen- und Verdauungsprobleme
- Muskelverspannungen
Aber auch deine Psyche kann übermässig beansprucht werden. Ständiges Grübeln sowie die ewigen Selbstvorwürfe können zu depressiven Verstimmungen führen.
Auswirkungen auf das Kind
Die Schuld, die du dir als Mutter auflädst, kann auch Auswirkungen auf dein Kind haben, welche sich wiederum negativ auf deine Mutter-Kind-Beziehung auswirkt.
Dein Kind könnte das Gefühl haben, dass es von dir nicht geliebt oder akzeptiert wird, oder dass es selbst Schuld an deinen Problemen trägt.
Da du als Mutter selten bis nie über Schuldgefühle mit deinem Kind sprichst, kann dein Kind nur zu dem Schluss kommen, dass es „Schuld“ hat, wenn es dir nicht gut geht. So gibst du deine Schuld an die nächste Generation weiter.
Lösungen und Wege aus dem Schuldgefühl
Selbstreflexion und Selbstfürsorge
Eine wirklich einfache Möglichkeit, aus deinem Schuldgefühl herauszukommen, ist die Selbstreflexion und Selbstfürsorge.
Es ist ganz wichtig, zuallererst sich selbst zu vergeben und sich bewusst zu machen, dass niemand perfekt ist, auch du nicht.
Fehler machen ist menschlich. Und wenn du ein Fehler gemacht hast, hat dir in diesem Moment etwas «gefehlt». Selbstfürsorge bedeutet, dass du dir selbst Liebe und Mitgefühl schenkst und dich daran erinnerst, dass du immer dein Bestes gibst.
Hierfür habe ich dir eine geniale Übung gestaltet. Du kannst dir diese Übung als Pdf mit dem untenstehenden Link kostenlos holen.

Was auch ein ganz wichtiger Punkt ist „stehe zu deinen Fehlern“ und verstecke sie dich nicht vor ihnen. Erlaube dir im ersten Moment, dass du dich schlecht fühlst, aber erinnere dich daran, dass die einzige Möglichkeit, die Dinge besser zu machen, darin besteht voranzukommen.
Was auch beiden – dir und deinem Kind – gut tut ist, wenn du dich mit der Übung besser kennen gelernt hast, ein offenes Gespräch. Spreche altersgemäss mit deinem Kind. Kinder sind sehr verständnisvoll.
Akzeptiere aber auch, dass sie dir das Gesagte nicht gleich ganz abkaufen werden. Sie wollen zuerst Beweise sehen. Sie testen dich wie ernst es dir damit ist. Das heisst, du musst wirklich willens sein, Dinge verändern zu wollen. Erst wenn deine Kinder merken, dass es dir wirklich ernst damit ist, bekommst du einen anderen Zugang zu ihnen.
Kommunikation und Unterstützung suchen
Es kann auch hilfreich für dich sein, mit anderen über deine Gefühle zu sprechen und Unterstützung zu suchen. Das können Freunde, Familienmitglieder, Therapeuten oder ich sein.
Die Unterstützung anderer kann dir dabei helfen, die Perspektive zu ändern und neue Wege zu finden, mit Schuld umzugehen. Weil, wenn du die Schuld loslassen kannst, kannst du später dein Kind auch im vollen Vertrauen loslassen.
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Akzeptanz und Loslassen
Am Ende ist es sehr wichtig, zu lernen, die Zeit, in der du mit der Schuld gelebt hast zu akzeptieren und anschliessend loszulassen.
Es bringt dich und deine Kinder nicht weiter, wenn du an deiner Schuld festhältst. Du darfst beginnen, dir selbst zu vergeben und dir bewusst zu machen, dass du nicht für alles verantwortlich gemacht werden kannst.
Es ist wichtig, dass du lernst, die Vergangenheit loszulassen und dich auf die Gegenwart und die Zukunft konzentrierst.